Befüllen eines Mistbeetes

Im letzten Beitrag konntet ihr uns beim Bau eines Mistbeetes zusehen. Heute zeigen wir euch, welche Materialen zum Befüllen eines Mistbeetes verwendet werden.

Wie schon beim Bau eines Hügelbeetes, so haben wir auch für das Befüllen eines Mistbeetes sämtliches Füllmaterial in der unmittelbaren Umgebung gesammelt. Was wir dort nicht finden konnten, haben wir von unseren Nachbarn bekommen.

Fünf Schichten eines Mistbeetes

Beim Befüllen eines Mistbeetes ergeben sich gesamthaft fünf aufeinander liegende Schichten.

Die erste Schicht

Die oberste Lage besteht aus einer ungefähr 15 cm dicken Laubschicht. Diese kommt direkt auf die freigelegte Erdschicht oben drauf. Das Laub hindert die im Inneren des Mistbeetes erzeugte Wärme daran, ungenutzt nach unten zu entweichen.
Das von uns verwendete Laub stamm erneut von der Linde unseres Nachbarn Marcin. Wiederum mussten wir einige Mal zum Fluss laufen, wo Marcin das Laub zum Verrotten hingebracht hat. Unsere vier Beine und zwei Karren haben uns einmal mehr einen wunderbaren Dienst erwiesen. Mit dem ganzen hin und her laufen würden wir sicher sämtliche Rekorde auf einem Schrittzähler brechen 😉

Die zweite Schicht

Die zweite Schicht besteht idealerweise aus ungefähr 70 cm frischen Pferdemist. Dieser erwärmt die Anzuchterde, in die die Samen gesät werden, von unten. Der Mist erzeugt eine konstante Wärme, welche bis zu sechs Wochen anhält.
Im Dorf gibt es eine Frau, die einen Pferdestahl betreibt. Wir hätten also den Mist von ihr haben können. Unsere Freundin Małgosia hat uns aber gesagt, dass sich seit geraumer Zeit ein Käfer im Pferdemist angesiedelt hätte, der den Setzlingen sehr zu schaffen macht. Sie hat uns geraten, besser keinen zu verwenden und auf Kuhmist zurück zu greifen. Also kam wieder der Kuhmist von pan Józek zum Einsatz. Und erneut haben wir mehrere Kilometer zurückgelegt, um es heran zu schaffen. Blöderweise hat auch noch ein Reifen einer der Karre einen Platten gekriegt, was das Schieben sehr erschwert hat. Da wir keinen Pumpe haben, haben wir einfach mit einem kaputten Reifen weitergemacht 😉 Strengeres Schieben gibt ein schöneres Sixpack.

Die dritte Schicht

Als dritte Lage kommt frische Jauche, Urin oder Gülle drauf. Der Mist wird direkt damit angefeuchtet. Als hervorragendes Präparat eignet sich eine Brennnesseljauche. Sie ist ein Gesundheit Booster und hervorragender Dünger für den Erdboden und die Gemüsepflanzen. Zudem regt sie die Entstehung von Mikroorganismen im Boden und die Humusbildung an. Gleichzeitig wirkt sie wunderbar gegen Mehltau, Pilze und besonders Blattläuse. Auch anderen “Schädlingen“, die sich von den Pflanzen und ihrem Saft ernähren, rückt sie an die Pelle. Des Weiteren ist sie ein Immunstärker für die Pflanzen und macht sie somit uninteressant für “Schädlinge“. Diese greifen bekanntlich immunschwache und nicht gesunde Pflanzen an.

Die vierte Schicht

Bevor man mit der vierten Lage fortfährt, trampelt man auf dem Mist herum, damit er sich richtig festsetzen kann. Danach kommt eine zweite 15 cm dicke Laubschicht drauf. Diese Laubschicht dient dazu, die giftigen Ammoniakdämpfe, welche beim raschen Verrottungsprozess entstehen und aufsteigen, aufzufangen.

Die fünfte Schicht

Die fünfte und letzte Schicht besteht aus einer 20 cm dicken Lage Anzuchterde. Um gut gedeihen zu können, brauchen die jungen Pflänzchen richtige Anzuchterde. Darum muss die Saatbeeterde, in denen die Samen wurzeln, sorgsam zusammengesetzt sein. Wir müssen sicherstellen, dass sie die nötigen Nährstoffe, Humussäuren und Mineralien in genügender Menge nachliefern kann. Man kann eine umweltschonende Anzuchterde einfach selber herstellen. Dafür nimmt man folgendes organische Material:

  1. Teil reife Komposterde
  2. Teil Sand
  3. Teile gute Gartenerde

Kompost

In der kurzen Zeit seit unserer Ankunft in Polen konnten wir noch keinen eigenen Kompost herstellen. Stattdessen haben wir Waldboden genommen. Wir hätten auch noch Schlamm von einem Tümpel und ein bisschen Torf von einem Teich nehmen können. Einen Tümpel haben wir nicht bei uns, also mussten wir auf den Schlamm verzichten. Da Torf in unserer Gegend strengstens geschützt ist, konnten wir ebenfalls keinen verwenden. Sand hat es dafür jede Menge in unserer Umgebung. Als Gartenerde haben wir die anfangs ausgeschachtete Erde wieder verwendet.

Die fünf Schichten zusammengefasst

Hier nochmals die fünf Schichten kurz zusammengefasst:

  1. 15 cm Laub
  2. 70 cm Pferdemist
  3. frische Jauche, Urin oder Gülle
  4. 15 cm Laub
  5. 20 cm Anzuchterde

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Mit unseren Artikeln zur Permakultur und Selbstversorgung möchte wir allen interessierten Menschen einen leichten Einstieg in diese wunderbare Lebens- und Anbauweise ermöglichen. Unsere Geschichte soll als Inspiration zum Einstieg in einen bewussten und verantwortungsvollen mit dem eigenen Wesen, dem Leben und der Natur dienen.

Wir freuen uns, wenn du bald wieder vorbeischaust!

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